Wenn Geschichten nicht authentisch erzählt werden, wirken sie künstlich, unecht oder sogar unwahr. Authentische Menschen erkennt man daran, dass ihre Worte, Taten, Emotionen und Werte übereinstimmen. Sie brauchen in der Regel kein Skript, denn sie leben ihre Geschichte. Sicher, Sie können Menschen mit rhetorischen Kniffen überzeugen, mit Dramaturgie berühren und mit auffälligen Bildern locken. Möglicherweise ist ein Rhetorik-Kurs für den kurzfristigen Erfolg besser geeignet als der Weg zu echter zu Authentizität. Aber eben diese Authentizität ermöglicht es nicht nur Geschichten besser zu erzählen, sondern diese auch zu leben. Entscheiden Sie sich, was Sie möchten. Andere beeindrucken, blenden, schnell überzeugen? Dann lesen Sie nicht weiter.

Wenn Sie als Vorbild vorangehen und ihre persönliche Lebensgeschichte meistern und zum Wohle aller einsetzen möchten, dann sind die folgenden Prinzipien interessant für Sie. 

1. Rücksichtnahme: Bevor Sie etwas erzählen, fragen Sie sich: Ist das hilfreich (für den Zuhörer)? Ist es freundlich? Ist es notwendig?

2. Bereitschaft zur Offenbarung: Sind die Geschehnisse und Fakten in Ihrer Geschichte mit Emotionen verbunden? Das sollten sie in einer guten Geschichte sein. Können Sie diese Emotionen zeigen? Sind Sie bereit, sich und ihre Gefühle zu präsentieren?

3. Leere statt Lehre: Eine gute Geschichte braucht keinen erhobenen Zeigefinger und keine Ausrufezeichen mit Sätzen wie: „Darum sage ich euch, lasst das Rauchen sein!“ Die Geschichte offenbart ihre Moral von ganz allein. Es ist meist klüger, besonderen Stellen einer Geschichte mit Leere zu begegnen, also mit einer Zeit des Schweigens, damit die jeweilige Aussage richtig wirken kann. 

4. Zuhören: Wie können Sie wissen, welche Geschichten für andere wichtig, nützlich oder interessant sind, wenn Sie anderen Menschen nicht zuhören? Lernen Sie Ihr Publikum kennen. Das liest sich einfach, oder? Es ist aber ein entscheidender Punkt, der vielen Menschen schwer fällt. Zuhören, ohne gleich reagieren zu wollen, sich zurücknehmen und auf den anderen einlassen, das will geübt sein. 

5. Lieblinge töten: So nennen es Schriftsteller: „Kill your darlings!“. Das bedeutet, dass der Erfinder einer Geschichte sich gerne an Szenen, Figuren, Details festhält, obwohl diese für die Geschichte nicht von Bedeutung sind. Diese schonungslos auszuradieren und jede Fassung der Geschichte mehr und mehr von diesen Lieblingen zu befreien ist die Knochenarbeit des Storytellers, die ihm zwar das Herz bluten lässt, die seinem Publikum aber zu höchstem Genuss verhilft.

6. Demut: Geschichten, die erzählt werden wollen und sollen, offenbaren sich von selbst. Mit Gewalt lässt sich eine gute Geschichte nicht erzwingen – zumindest nicht, wenn sie authentisch wirken soll. Die Demut vor wahren Geschichten erlaubt der Story sich selbst zu entfalten. Der Storyteller empfängt die Geschichte und erweckt sie zum Leben, in etwa wie ein Geburtshelfer. Nicht mehr, und nicht weniger. In Demut vor dem Leben wird die Geschichte geboren. 

7. Freude: Demut führt zu intensiver Freude. Wenn wir diese Freude mit unserer Geschichte ausdrücken können, dann wirkt das ansteckend. Sie kennen das, wenn die Augen eines Menschen funkeln während er erzählt, oder? Der Funke springt vom Sender auf die Empfänger über. Und genau das wollen wir mit Storytelling erreichen.

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